Im Dezember durften wir im Rahmen eines Erasmus+-Projekts eine Schülergruppe des Prezidento Antano Smetonos Gymnasiums aus Kaunas in Litauen bei uns begrüßen. Eine Woche lang wurde gemeinsam gearbeitet, gelacht, ausprobiert und Neues entdeckt.

Zentrale Themen: Empathie und emotionale Regulierung

Im Mittelpunkt der Projektwoche standen Empathie und emotionale Regulierung. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich damit auseinander, eigene Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und angemessen mit ihnen umzugehen. Gleichzeitig lernten sie, die Perspektiven anderer besser zu verstehen und respektvoll darauf zu reagieren.

Gerade im Schulalltag, aber auch darüber hinaus, sind diese Kompetenzen von großer Bedeutung. Wer seine Emotionen regulieren kann, geht souveräner mit Stress, Konflikten und Leistungsdruck um. Empathie fördert ein positives Miteinander, stärkt soziale Beziehungen und trägt zu einem wertschätzenden Schulklima bei. Damit werden Fähigkeiten trainiert, die für das spätere Leben unverzichtbar sind.

Der Mehrwert von Spielen: Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung von Spielprototypen zu genau diesen Themen. Spiele bieten einen enormen pädagogischen Mehrwert:
Sie schaffen einen geschützten Raum, in dem man ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen darf. Durch spielerische Elemente werden komplexe Inhalte wie Gefühle, Konflikte oder Perspektivwechsel leichter zugänglich und verständlich. Gleichzeitig fördern Spiele Teamarbeit, Kommunikation, Kreativität und Problemlösekompetenzen.

Vor allem aber verbinden Spiele Lernen mit Spaß – und genau das steigert Motivation und Nachhaltigkeit. Inhalte, die spielerisch erlebt werden, bleiben oft länger im Gedächtnis als reine Theorie.

Von der Idee zur Umsetzung

In internationalen Teams entwickelten die Schülerinnen und Schüler erste Spielideen und Prototypen. Dabei wurde intensiv diskutiert, gelacht und gemeinsam getüftelt. Die entstandenen Spiele sind jedoch erst der Anfang: Beim Gegenbesuch in Litauen im Februar 2026 werden diese weiterentwickelt und dort professionell hergestellt.

Gemeinsame Erlebnisse außerhalb des Klassenzimmers

Neben der Projektarbeit blieb auch Zeit für gemeinsame Aktivitäten. Ein Besuch auf der Eisbahn in Bitburg, ein  Besuch des Trierer Weihnachtsmarktes sowie ein Ausflug nach Luxemburg sorgten für viele schöne Erlebnisse und stärkten die Gemeinschaft zwischen den deutschen und litauischen Schülerinnen und Schülern.

Erasmus+ – Europa erleben und mitgestalten

Diese Projektwoche hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Erasmus+ ist. Das Programm ermöglicht nicht nur internationale Begegnungen, sondern fördert soziale, emotionale und kreative Kompetenzen. Schülerinnen und Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen, offen auf andere Kulturen zuzugehen und Europa als gemeinsamen Lebensraum zu begreifen.

Wir blicken voller Vorfreude auf den Gegenbesuch in Litauen im Februar und auf viele weitere gemeinsame Erfahrungen, die Erasmus+ möglich macht.

Text: Sina Gellert

Bilder: Milda Ramanauskaitė