Vom 21.02.2026-28.02.2026 verbrachten wir eine Woche in Kaunas in Litauen im Rahmen unseres Erasmus+ Projekts. Die Mobilität knüpfte an das Programm an, das zuvor an unserer Schule durchgeführt wurde, und stellte die nächste Phase unserer gemeinsamen internationalen Zusammenarbeit dar.
Schon im Vorfeld wussten wir, dass es kalt sein würde – in Kaunas herrschten Minusgrade. Erst bei der Landung merkten wie schnell, wie sehr wir das unterschätzt hatten: die Schneeberge waren sehr hoch, der Wind auf dem Rollfeld des Flughafens eisig kalt!
Ein interkultureller Start
Ein Highlight zu Beginn der Woche war der gemeinsame Besuch der Hauptstadt Vilnius mit einem Stadtrundgang durch die historische Altstadt und zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, da wir am Wochenende angereist waren und das eigentliche Projekt am Antano Smetonos Gymnasium, unserer Projektpartnerschule, erst am Montag begann.
Weiterentwicklung unseres Spiels
Nach einer Begrüßung durch die litauische Erasmus+-Koordinatorin und einer Schulführung konnte unser Projekt schließlich beginnen. Im Mittelpunkt stand die Weiterarbeit an unserem Spielprojekt. Aufbauend auf dem bereits entwickelten Prototypen arbeiteten wir in internationalen Teams an der Verbesserung von Spielmechanik, Regeln und Konzept. Bestehende Ideen wurden überarbeitet, weitergedacht und konkretisiert. Ein neuer Fokus lag auf dem Charakterdesign. Von ersten Skizzen bis zur digitalen Umsetzung entwickelten wir unsere Figuren weiter und passten sie an das überarbeitete Spielkonzept an. Außerdem stimmten wir über all diese Verbesserungen und Änderungen ab, was nicht immer reibungslos verlief, da unterschiedliche Meinungen aufeinander trafen.
Bei der Arbeit erhielten wir im Laufe der Woche professionelles Feedback von einem Indie Game Designer, das wir direkt in die Überarbeitung einfließen ließen. So konnten wir erleben, wie wichtig konstruktive Rückmeldungen und iterative Prozesse in kreativen Projekten sind. Darüber hinaus testeten Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersklassen unser Spiel und gaben uns ebenfalls Feedback.
Das Spiel geht nun in die Produktion – die Herstellung wird jedoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Workshop und Zertifikate
Neben der Projektarbeit nahmen wir an einem Conflict-Resolution-Workshop teil. Hier lernten wir Strategien für eine gelingende Kommunikation und konstruktive Zusammenarbeit in internationalen Teams kennen, insbesondere in Spielesituationen.
Zum Abschluss der Woche erhielten wir im Rahmen einer kleinen Zeremonie unsere Zertifikate – ein schöner Abschluss einer intensiven und erfolgreichen Projektphase.
Interkulturelle Erfahrungen
Auch außerhalb der Arbeitsphasen sammelten wir viele interkulturelle Eindrücke. Gemeinsam mit unseren Gastfamilien lernten wir den Alltag und die Kultur Litauens kennen. Darüber hinaus standen – je nach Angebot der Familien – verschiedene Aktivitäten auf dem Programm: der Besuch eines Basketballspiels, Konzerte und weitere gemeinsame Freizeitaktivitäten.
Gewonnene Kompetenzen
Während der Woche stärkten wir vor allem unsere Team- und Kommunikationsfähigkeit, unsere Kreativität sowie unsere digitalen Kompetenzen. Gleichzeitig erweiterten wir unsere interkulturellen Erfahrungen und lernten, in internationalen Gruppen konstruktiv zusammenzuarbeiten – ganz im Sinne der Erasmus+-Ziele. Dabei haben wir gemerkt, dass das gar nicht immer so leicht ist: Es gab auch viele Konflikte, die glücklicherweise gelöst werden konnten.
Abschied mit Tränen
Nach einer intensiven und erlebnisreichen Woche fiel vielen der Abschied schwer. Am Flughafen flossen zum Ende der kalten, verschneiten Woche sogar ein paar Tränen. Neue Freundschaften waren entstanden und die ein oder andere Gastmama wollte „ihr“ Kind gar nicht gehen lassen.
Die Fahrt nach Litauen war eine wertvolle Erfahrung – fachlich, persönlich und kulturell – und bleibt uns sicher noch lange in Erinnerung.
Text und Bilder: Sina Gellert
